Abschied von Sizilien

23.3. Die Einschiffung im Fährhafen in Messina geht ganz einfach: in die Spur für die Fahrt zum Festlandshafen Villa San Giovanni einreihen, am Billet-Stand kurz aussteigen und die Fahrkarten (56 Euro für die einfache Passage) kaufen, weiter zur Fährauffahrt und hinten anstellen. Wir haben Glück, das Schiff kommt gerade an. Schnell ist die Fähre entladen und wir fahren an Bord. Es gibt einen großen Aufenthaltsraum mit Café, an beiden Seiten der Fähre kann man frische Luft schnappen (oder rauchen). In knapp einer halben Stunde sind wir wieder auf europäischem Festland und fahren gleich weiter auf die Autobahn.

 

Ostern naht mit großen Schritten

19.-23.3. Sizilien bereitet sich auf Ostern vor. Auf dem Markt in Sant’Alessio Siculo finden wir schöne Flechtarbeiten aus Palmwedeln – Schmuck für die Wohnung an Palmsonntag. Am schwarzen Sandstrand vor dem Camping sind gerade Foto-Aufnahmen für einen Kalender – nicht so angenehm für die nackten Frauen, die im kalten Wind bibbern. Der Wind fegt heftiger über die Küste, wir verlängern unseren Aufenthalt für den Regentag. Das fällt nicht schwer, denn wir treffen Ria und Beat aus der Schweiz wieder; wir gehen zusammen essen und genießen die interessanten Gespräche mit zwei außergewöhnlichen Menschen.

 

Die erste griechische Siedlung

18.3. Wir waren ein paar Tage in Giardini Naxos, gegründet als erste griechische Kolonie in Sizilien und heute ein ruhiges Städtchen am Meer (zumindest im März). Hier stehen „unsere“ Sommerblumen bereits in voller Blüte, der Wind fegt über die Küste, ein paar Regentropfen können uns nicht schrecken. Wir speisen köstlichen Fisch und Meeresfrüchte bei „Pippo Lupo di Mare“. Unser Blick schweift über Giardini Naxos auf Meeresniveau nach Taormina, das sich auf 300 m Höhe an die Hügel schmiegt. Auf der Bergspitze darüber thront Castelmola, eine früher fast uneinnehmbare Festung auf 500 m über NN.

 

Ein Spaziergang durch Taormina

Lage, Lage, Lage

16.3. Taormina war uns als „Top-Urlaubsort“ ein Begriff, aber wir vermuteten einen beliebigen Badeort an der Küste. Weit gefehlt. Taormina liegt auf einem Felssporn, rund 300 m über dem Meer, mit grandiosem Blick vom Landesinneren über den Ätna bis an die Kalabrische Küste. Früh besiedelt, über die Jahrtausende als strategische Festung hoch geschätzt, seit dem 19. Jh. als Winterkurort bei den Gekrönten und Ungekrönten beliebt, auch bei Österreichs Kaiserin Sissi und Deutschlands Kriegstreiber Wilhelm II. Heute ist die Sommersaison beliebter, Taormina wird jährlich von 1,8 Mio. TouristInnen heimgesucht; wir sind auch dabei.

 

Wir fahren mit dem Bus von Giardini Naxos die engen Kehren den Berg hinauf und spazieren durch den autofreien (!) Corso Umberto: Hier tobt das Leben, asiatische Touristen stürmen die Läden mit den noblen italienischen Labels (auch Birkenstock-Sandalen werden verkauft). Reisegruppen genießen den grandiosen Ausblick vom Platz des 9. April; in der Stadtbibliothek, untergebracht in einer früheren Kirche an der Piazza, finden wir eine Gesamtausgabe der Reden Bismarcks. Den Platz vor dem Dom eine Ecke weiter schmückt ein Brunnen mit einer Zentaura, einem Wesen mit Frauenoberkörper auf einem Pferdeleib.

 

An eine Bergflanke geschmiegt, hoch über dem Meer, den Ätna als Hintergrund hinter der Bühne: Das griechische Theater hat eine Traumkulisse, die von den Römern allerdings beim Aus- und Umbau für ihre Gladiatorenkämpfe gestört wurde; die römischen Mauern vor dem Ätna wurden zum Teil wieder eingerissen. Das Theater ist das drittgrößte der damaligen Welt, hat einen Durchmesser von 109 m, bot Platz für 20.000 BesucherInnen (heute: gut 10.000 Plätze). Die Akustik ist phänomenal: Ein Redner in der Bühnenmitte füllt mit seiner Stimme das ganze Rund; das schätzen heutige Theaterleute ebenso wie Operndiven oder Rockstars.

 

Was hier Mitte März wächst

Mülltrennung und Müllabfuhr

Auf jedem Campingplatz, in jedem Stadtpark, sogar in der Eisdiele wird Müll getrennt, fein säuberlich nach Plastik, Aluminium, Metall, Glas, Papier + Pappe, Organisches/ Biomüll sowie Restmüll. Entsprechend wird der Abfall eingesammelt und abgefahren. In engen Altstädten ist noch viel Handarbeit dabei: Der Wertstoff wird an der Haustüre abgeholt und zum schmalen Fahrzeug gebracht. Auf dem Camping oder an Parkplätzen stehen meist die großen Müllcontainer, in unterschiedlichen Farben, mit Beschriftung, für die verschiedenen Abfallarten. Gleichwohl wird an Landstraßen immer wieder Müll „entsorgt“.

 

Eine neue Reise