Wo Kontinente auseinanderdriften

Wir sind auch 2017 zum Anfang und Ende der Welt gereist: zum Anfang der eurasischen Kontinentalplatte und zum Ende der nordamerikanischen. Genau diese Grenze zieht sich sichtbar durch Island. Das Auseinanderdriften der Kontinentalplatten sorgt dafür, dass Island weiter wächst – im Inneren um jährlich 2 cm, an den Rändern, wenn wieder mal ein Vulkan die Meeresoberfläche durchstößt oder Lavaflüsse die Küste neu modellieren. Wir sind begeistert von dem Land aus Feuer und Eis, mit (erfreulicherweise in diesem Sommer nicht so aktiven) Vulkanen und dem größten Gletscher Europas, wo Schlammlöcher stinkend blubbern und Geysire dampfend in den Himmel schießen, wo sich Fjorde tief in die Küste graben und mächtige Lava- und Geröllflächen ins Meer hinaus wachsen, wo Papageientaucher, Islandpferde und Wale ihre Heimat haben und uns im lebensfeindlichen Hochland nur schmale Pisten fast ohne Brücken über die reißenden Flüsse erwarteten.

 

Fest gebucht hatten wir nur für Ende Mai die Fährüberfahrt von Hirtshals in Dänemark über die Färöer Inseln nach Seyðisfjörður, dem Fährhafen von Island – und zurück Ende August mit einer Woche Aufenthalt auf den Färöer. In Island wollten wir erst mal an der Küste lang cruisen, teils auf der Ringstraße, teils auf Nebenstrecken. Weil zunächst jede Menge Regen angesagt war, sind wir erst Richtung Süden gedüst und haben in rund 9000 km die Hauptinsel durchfahren und umrundet. Dabei standen die Westfjorde und Reykjavik, die nördlichste Hauptstadt der Welt, ebenso auf unserem Programm wie (ab Mitte Juli) das Hochland mit den bunten Bergen in Landmannalaugar im Süden und den unvergleichlich schönen Vulkanen Askja, Herdubreid und Snaefellsnes nördlich des riesigen Vatna-Gletschers.

 

Wir haben ausgiebig in heißen Quellen und Hotpots gebadet, uns Regen und Wind um die Ohren blasen lassen. Wir haben das isländische Gemüse und vor allem leckeres Lammfleisch und den frischesten Fisch ever sehr genossen. Bruno hat Hákarl, den fermentierten Haifisch, verspeist, Beate hat ihn ausgespuckt.

 

Unser Blog liest sich wie immer von unten nach oben. Zur Einstimmung auf Land und Leute, Natur und Kultur ein paar Links – von Wikipedia und Wikivoyage, von Islands offiziellem Reiseführer und der isländischen Botschaft in Deutschland. Interessant fanden wir auch die Seiten über isländische Geschichte, isländische Sagas sowie die beiden Diskussions-Plattformen island-forum.com und islandreise.info.

Zur Einstimmung ein Video von Björk: Joga

Eine neue Reise