Gräddö, nahe unserem Fährhafen Kapellskär

Dreispurig durch Stockholm

2.6. Schwedens Hauptstadt sehen wir nur von ein paar Brücken aus. Wir queren Stockholm auf einer dreispurigen Autobahn, der sich immer mal wieder rechts oder links weitere Spuren anschließen und wieder wegführen. Eigentlich sollte City-Maut fällig sein. An jeder innerstädtischen Ausfahrt gab es Hinweisschilder auf die Bezahlstation. Auf unserer Transitstrecke wurde nicht kassiert; der Verkehr kam auch so nur schleichend voran, aber er floss immerhin. Bei einer Schweden-Reise werden wir Stockholm einen längeren Besuch abstatten; jetzt aber wollen wir nach Finnland.

 

Radeln in Linköping

1.6. Quer durch Südschweden führt uns die Reise, durch Wälder und Bauernland, an rundgeschliffenen Granithügeln vorbei und zu Seen, Flüssen und Kanälen. Linköping liegt gleich an zwei Kanälen, dem Kinda-Kanal und dem Göta-Kanal, die über 30 Schleusen im Gemeindegebiet schiffbar sind. An Land bevorzugen wir, wie viele Einheimische auch, das Fahrrad. Auch wenn Linköping die Flughauptstadt Schwedens ist, wovon einige Militärmaschinen an den Ortseingängen und das Luftwaffenmuseum zeugen.

 

Unser erstes schwedisches Bier verkosten wir in Linköping. Bruno bevorzugt einen dunklen Gerstensaft aus der Region. Beate bevorzugt ein schwedisches Pils, das auch hervorragend mundet. In der Kneipe werden mehr als 30 Sorten Bier frisch gezapft – aus Deutschland und England, aus Belgien, den Niederlanden und den USA – alle stilecht serviert in den passenden Gläsern. Am frühen Abend sind die Kneipe und der Außensitz am Straßenrand ziemlich voll. Was vielleicht auch daran liegt, dass nicht jedes Lokal Alkohol ausschenkt.

 

Linköping ist steinalt, bereits 1987 wurde hier 700. Geburtstag gefeiert. Die Domkirche gilt als Schwedens besterhaltene Kathedrale aus dem Mittelalter. Das mächtige, breite Kirchenschiff wirkt sehr imposant; besonders bemerkenswert sind die Blendarkaden und steinernen Figuren sowie die jugendlich wirkende Christusfigur im Altarraum. Dennoch ist Linköping zugleich eine sehr junge Stadt – rund 27.000 Studierende zählt die Universität, rund 150.000 Einwohnerinnen und Einwohner leben insgesamt in der fünftgrößten Stadt Schwedens.

 

Ostsee, die Erste

31.5. Das Einschiffen in Travemünde klappt reibungslos, dank Online-Buchung und ausgedruckten Fahrschein. Die nette Mitarbeiterin der Reederei Finnlines begrüßt uns gleich mit Namen; sie hatte unser Kfz-Kennzeichen ins System eingegeben. Geführt von einem Finnlines-Fahrzeug erreichen wir die richtige Auffahrt zur Fähre. Bereits fünf Minuten vor der Zeit (um 9.55 Uhr) sind die Leinen los und wir freuen uns erst mal auf das reichliche Frühstück (und später das Abend-Büffet) an Bord.

 

Unsere Fähre „Nordlink“ schippert ruhig über die Ostsee. Mal lockt draußen die Sonne, mal verschwinden wir im Schiffsbauch und schauen, wie die Regentropfen an den Scheiben herunterlaufen. Fliegende Fische oder Meeressäuger haben wir keine gesehen, wohl aber den ein oder anderen Windpark. Der hier ist kurz vor der Küste bei Malmö, wo unsere neunstündige Fährpassage nach Schweden endet. Nach einigem Rangieren und Drehen auf dem Schiff kommt unser Womo bald an Land.

 

In Malmö grüßt schon von weitem der Turned Torso, das mit 190 Metern höchste Gebäude Skandinaviens. Das Hochhaus wirkt, als sei es in sich um 90 Grad verdreht – hohe Kunst des spanischen Architekten Calatrava, nach dessen Plänen das Gebäude 2005 fertig gestellt wurde. Wir verlassen Malmö schnell Richtung Westküste, denn wir haben den kleinen Camping in Barsebäckstrand für die erste Nacht in Schweden auserkoren.

 

Zwischenstopp im Fränkischen

26.-29.5. Bad Kissingen lockt uns zur Abenteuer & Allrad, der laut Werbeplakat „größten Off-Road-Messe der Welt“. Das Kurstädtchen an der Saale hat uns gefallen, samt Kurkonzert und mondänen Stadtvillen, Kolonaden und ruhigen Parkanlagen, fränkischer Küche und sehenswerter Altstadt. Rund 50.000 Allrad-Fans besuchen die Messe; entsprechend lebendig geht es in der Stadt zu – und entsprechend überlaufen sind die ausgewiesenen Camp-Areale. Wir übernachten am Rand eines ruhigen Gewerbegebiets.

 

Einige Mobile der Messe-Gäste

Der Spielplatz für echte Kerle

Unsere mobilen Träume

Bei unserem nächstes Mobil werden bei Bedarf alle Räder direkt angetrieben. Das braucht natürlich entsprechende Pneus - Bruno hat sich für solche Stollenreifen entschieden. Der Rest unseres Mobils ist weitgehend schwäbisch: Die Karre trägt einen Stern, der Ausbau stammt von einer schwäbischen Manufaktur. Selbstverständlich werden wir wieder autark sein, gut versorgt mit Energie, Wasser und Sprit. Weil unser - auch in Bad Kissingen ständig umlagerter - Ausbauer derart gefragt ist, bekommen wir das kompakte Wägelchen erst nächsten Mai.

 

Eine neue Reise